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Die Großmutter Erna-Serena Jochmann 1961

Eingestellt von

Dorothee Kaufmann
Dorothee Kaufmann
am 06.12.2008

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Sie ging extra zum Fotograf um ihrer Feundin Helene ein Bild von sich schenken zu können
 

Zeitzeugenbericht

Die Großmutter Erna-Serena Jochmann

1895 geb. in Krosno-Hauland (Moschin) – 1981 gest. in Stuttgart

Meine Oma hat trotz der Schicksalsschläge, ihr Mann und ihr jüngster Sohn sind im Krieg gefallen, sie war ausgebombt, ihren Humor und ihre Lebensfreude nicht verloren.

Als sie im Alter von 78 Jahren ein Gebiss bekam, meinte sie: „so lange hält keine Lokomotive, wie dass meine Zähne gehalten haben“. Sie war auch nur einmal im Leben im Krankenhaus wegen Herzbeschwerden und fand alles dort sehr interessant und nahm alles ganz aufmerksam auf. Sie war geistig immer sehr rege und nahm bis zum Schluss das Weltgeschehen durch die Stuttgarter Zeitung und das Fernsehen auf.

Sie war als Kriegerwitwe auch immer sehr dankbar, dass die nach langen Jahren des Wartens, eine Rente bekam mit der sie leben konnte. Sie meinte immer: „Mein Richard hat immer gesagt, Erna du wirst mal Logisherren aufnehmen müssen, wenn ich mal nicht mehr bin“.

Sie war dankbar und demütig, dass es das Leben auch in den späten Jahren noch so gut mit ihr meinte.

Meine Oma war eine gebildete Frau, sie hat zwar in Polen nur 7 oder 8 Jahre die Schule besucht, aber sich immer weitergebildet im Leben.

Mit ca. 60 Jahren hat sie sich einen blauen Pelikan Schulfüller gekauft und sich selbst die normale Schreibschrift erlernt, sie konnte ja nur Sütterlinschrift. Die Briefe und Karten, die sie mir geschrieben hat, waren sehr gut lesbar und fehlerfrei geschrieben.

Im Alter von 75 Jahren ist sie nach Stuttgart gezogen ins Augustinum.

Auf dem Schreibtisch von meiner Oma steht heute mein Laptop, man sieht ihm zwar die Spuren der Jahre an, er ist mir aber lieb und wert.

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