1806-2008
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Sie ist die Pulsader der Stadt und für viele Touristen erste Anlaufstelle: die Königstraße. 1100 Meter Shopping pur, das ist schon seit bald 200 Jahren so, als König Friedrich die Renommiermeile anlegen ließ. Eine reine Fußgängerzone ist sie erst seit 1978.
Von Matthias Ring
Die Königstraße hat ihren Namen vom … König ist doch klar. König Friedrich ließ im Jahr 1806 den Großen Graben vor der Stadtmauer um die Altstadt auffüllen und eine Prachtstraße anlegen. Ihr Name soll aber weniger an den König selbst erinnern, dafür gibt es schließlich die Friedrichstraße, sondern mehr an den Umstand, dass Württemberg eben just im Jahr 1806 Königreich geworden war.
In der Mitte thront seit 1860 der Königsbau, in dem damals schon 43 Läden ihren Betrieb aufnahmen. Den Abschluss der unteren Straße bildete das Esslinger Tor, das aber 1922 nach dem Bau des neuen Hauptbahnhofs zum Verkehrshindernis geworden war und abgerissen wurde. Denn in der Weimarer Republik entwickelte sich die bislang eher unbedeutende Stichstraße zu einer Hauptverkehrsachse, durch die auch bis 1978 die Straßenbahn fuhr. Erst durch deren Weg in den Untergrund ist die Königstraße zur reinen Fußgängerzone geworden – eine der längsten Deutschlands übrigens.
Im Krieg ist die Prunkstraße weitenteils zerstört worden, nur wenige alte Fassaden sind erhalten geblieben wie die des 1897 eröffneten Hotels Marquard. Auch Wohnungen für wohlhabende Bürger, die sich hier im 19. Jahrhundert niederließen, sind heute kaum noch vorhanden. Die Königstraße ist fast auschließlich eine Geschäftsstraße mit einem sehr hohen Filialisierungsgrad: 90 Prozent der Verkaufsfläche sind in den Händen großer Unternehmen. Das liegt auch daran, dass sich kaum ein kleiner Einzelhändler Preise von bis zu 17 000 Euro pro Quadratmeter leisten kann.