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Das Krisenjahr 1816 - Viehzuchtschau, Unterhaltung und Treffpunkt

1816-2016

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Redaktion/Archiv
Als nach dem Krisenjahr 1816 im Jahr 1817 im ganzen Land die Erntewagen wieder eingebracht werden, kommt König Wilhelm I. von Württemberg und seiner Frau die Idee, ein landwirtschaftliches Fest zu stiften.

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Vor 200 Jahren wollte die Sonne nicht mehr scheinen. Nachdem 1815 der Vulkan Tambora in Indonesien ausgebrochen war, kam es ein Jahr später in Württemberg zu einem vollständigen Ernteausfall, auf den König Wilhelm mit einer ungewöhnlichen Idee reagierte.

Von Ingmar Volkmann

Mit der Gründung der landwirtschaf­tlichen Versuchsanstalt Hohenheim hatten König Wilhelm und seine Frau Katharina auf die Hungersnot von 1816 reagiert, die der Vulkan Tambora ausgelöst hatte. Diese Investition war dem Königspaar aber noch nicht genug. Im Frühjahr 1817 kam der Gedanke an ein großes Landwirtschaftsfest auf. Im August wurde die „Centralstelle des landwirthschaf­tlichen Vereins“ als Träger eines künftigen Festes gegründet. Das Königspaar verkündete per Dekret den Zweck des Vereins. Unter Punkt1 wurde die „Belebung und Verbreitung der landwirtschaf­tlichen Industrie und des ökonomischen Wohlstandes“, unter Punkt 2 der „Austausch von Erfahrungen“ genannt.

Am 31. März 1818 wurde die Geburtsstunde des „Landwirthschaf­tlichen Festes zu Kannstadt“ verkündet: „Seine königliche Majestät haben in der Absicht, zur fortschreitenden Verbesserung der Viehzucht im Königreich zu ermuntern, für die besten Errungenschaften der Viehzucht Preise anzusetzen geruht, deren Verteilung in jedem Jahr am 28. September geschieht, auf welchem Tag zugleich ein Viehmarkt abgehalten werden wird.“ Wilhelm wünschte sich parallel dazu ein Volksfest, das „durch unterhaltende Abwechslungen diesem frohen Tag entsprechen sollte“. Außerdem wurden die Cannstatter Fischer ermuntert, während des Festes eine Kostprobe ihres Könnens abzuliefern.

30.000 Menschen feierten das erste Cannstatter Volksfest 1818

Das „Landwirtschaf­tliche Fest“ fand zum ersten Mal am 28. September 1818 statt. 30.000 Menschen kamen auf dem Wasen „zu Kannstadt“ zusammen. Das Volksfest wurde zu einem „Treffpunkt von Stadt und Land, zu einem Landfest in der Stadt“, wie die Autoren Hans Otto Stroheker und Günther Willmann in ihrem Buch zum Volksfest schreiben.

2018 wird der 200. Geburtstag des Wasens zelebriert. Zum Jubiläum wird wieder ein Landwirtschaf­tliches Hauptfest gefeiert, in dessen Kern der ursprüngliche Charakter des Volksfestes von 1818 weiterlebt. Jetzt steht aber erst einmal der nächste Wasen vor der Tür, er beginnt in 14 Tagen. Dann werden wieder jede Menge ulkige Trachten zu sehen sein. Über die haben sich die Autoren Stroheker und Willmann übrigens schon 1978 in ihrem Wasen-Buch lustig gemacht: Bayerische Dirndl in einem schwäbischen Zelt seien unangemessen.

In unserer interaktiven Timeline blicken wir auf die Geschichte des Fests: http://stzlin­x.de/historie


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